Wärme
Deutschlandweit gesehen, wird derzeit ca. 50% des Primärenergieverbrauchs zur Wärmebereitstellung (Privathaushalte, Gewerbe, Industrie, …) verwendet.
Datenquelle: Umweltbundesamt, AG Energiebilanzen
Weitere Informationen: https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/endenergieverbrauch-strom-waerme-verkehr.

In Privathaushalten beträgt der Anteil für Raumheizung und Warmwasserbereitung durchschnittlich etwa 85%.
Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/08/PD21_383_85.html

Um den Klimawandel zu bremsen und letztendlich zu stoppen, muss der Kohlendioxidausstoß drastisch gesenkt werden. In allen Bereichen gibt es 3 Wege, die begangen werden sollten, wobei es unerheblich ist, ob diese nacheinander oder gleichzeitig begangen werden.
Bedarfsreduzierung: die Möglichkeiten sind hier begrenzt, niemand muss auf das Duschen / Wannenbäder oder auf beheizte Räume verzichten. Folgende einfache Maßnahmen können aber bereits zu erheblichen Energieeinsparungen führen:
Reduzierung der Raumtemperatur von 24 – 26 °C auf 21 – 23°C,
Ab und zu ein Wannenbad durch Duschen ersetzen
Duschen solange wie für eine gründliche Reinigung nötig, aber nicht wesentlich länger
Geschirr nicht unter laufendem Wasserhahn abwaschen.
Das reduziert nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern schont auch den Geldbeutel.
Energieeffizienz: Wärmedämmung von Gebäude und Rohrleitungen sowie der Einsatz eines effizienten Heizsystems
CO2-neutrale Wärmebereitstellung durch Nutzung Erneuerbarer Energien (u. a.):
Solarthermie + Photovoltaik + Wärmepumpe
Einmal installiert liefern Sonnenkollektoren und PV-Module fast kostenlose Energie vom eigenen Dach. Im Winter und in den Übergangszeiten stellt die Wärmepumpe die gewünschten Heiz- und Warmwassertemperaturen bereit.
Photovoltaisch-Thermische Module + Wärmepumpe
PVT-Module kombinieren Photovoltaik und Solarthermie. Der hinter den PV-Zellen angebrachte Wärmeübertrager kann als Wärmequelle für eine Wärmepumpe genutzt werden und so die Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung versorgen. Im Vergleich zu Luft-Wärmepumpen ist so eine wesentlich größere Jahresarbeitszahl möglich.
Sole-Wärmepumpe
Eine weitere Wärmequelle für eine Wärmepumpe ist oberflächennahe Erdwärme. Erdwärmekollektoren und Erdwärmesonden entziehen dem Boden im frostfreien Bereich Wärme. Erreichbar sind Jahresarbeitszahlen von 4 und darüber.

Unbestritten sind die Maßnahmen 2 und 3 erst einmal mit Investitionen verbunden, die sich nicht in nur 2 oder 3 Jahren auszahlen. Eine Wärmedämmung hat in der Regel eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten, ein modernes Heizgerät heizt üblicherweise auch noch nach 20 – 25 Jahren. Strom und Wärme vom eigenen Dach haben nur sehr geringe Betriebskosten, die sich im Wesentlichen aus geringen Wartungskosten und etwas Pumpenstrom zusammensetzen. Vergleicht man deshalb die Wärmegestehungskosten einer modernen Heizung auf Basis erneuerbarer Energieträgern mit einer konventionellen (Öl- oder Gas-) Heizung und betrachtet man nicht nur die Investitions- sondern auch die Betriebskosten, so wird man Vorteile bei den Erneuerbaren Energien sehen. Dieser Vergleich ist natürlich von den Randbedingungen abhängig.
